Weltladen A Janela: Ein Fenster für fairen Handel

In einer ruhigen Straße in Berlin-Wilmersdorf liegt der Weltladen „A Janela“ (auf Portugiesisch: Fenster) , der ausschließlich Fair Trade Produkte verkauft. Ein Interview mit der Geschäftsführerin, Frau Judith Siller, über die Schwierigkeiten vom fairen Handel auf dem Markt und darüber, wie ich als Verbraucher fair produzierte Ware erkenne.

Frau Siller, gerade bei Fair Trade Bekleidung gibt es unglaublich viele Siegel. Welchen soll man trauen?

Eins der wichtigsten Siegel von ist TransFair. Gerade sind hier neue Standards entwickelt worden, um die ganze Wertschöpfungskette für die Baumwolle zu erfassen. Dann gibt es die Fair Wear Foundation, das ist eine Vereinigung von sozial interessierten Unternehmen, die sich selbst ein Regelwerk gegeben haben. Hier findet keine Außenzertifizierung statt, man kann aber nur in den Verband, wenn man sich an die Regeln hält. Dann gibt es noch das GOTS Label, ein Siegel für organische Textilien, das auf den verschiedenen Stufen diverse Standards für die Verarbeitung hat. Ansonsten muss man bei den anderen Siegeln immer gucken, was die fordern und wie sie kontrollieren.

Fast jede Bekleidungskette hat mittlerweile angeblich Fair Trade Produkte. Soll man glauben, dass die sozialen und ökologischen Standards eingehalten werden?

Wenn ein T-Shirt von Anfang an 5 Euro kostet, sagt der gesunde Menschenverstand, dass nicht mal der Transport drin sein kann. Da helfen alle Beteuerungen nichts. Ein T-Shirt, was unter 15 Euro kostet, kann nicht Fair Trade sein. Auf der anderen Seite kann man sich sagen, alles was teuer ist, wird fair produziert. Generell ist die Tendenz positiv, weil die Unternehmen sich über das Soziale und Ökologische mehr und mehr Gedanken machen, da die Kunden das verlangen. Aber da muss man super kritisch gucken. Die meisten Unternehmen haben tolle Bedingungen. Aber keiner kontrolliert. Der Zulieferer muss unterschreiben, dass er alles einhält, aber Papier ist geduldig. Wenn die Lieferzyklen nicht für eine vernünftige Fertigung ausreichen, da kann man nichts glauben.

judithsiller
Frau Siller, hier mit einem Fair Trade Ball, glaubt dass Fair Trade Handel zunehmen wird

Im Lebensmittelhandel sind Bio und Fair Trade mittlerweile sehr verbreitet. Warum tut sich die Bekleidungsindustrie so schwer?

In der Bekleidung liegt die größte Wertschöpfung in der Fertigung.Bei Kakao ist es vergleichsweise einfach, fair zu produzieren. Da wird kontrolliert, dass die Pflanzen ordentlich angebaut werden, dann kann man importieren. Mode ist ein sehr schwieriges Produkt, weil die Ansprüche der Kunden sich zum einen sehr schnell ändern und zum zweiten braucht man eine Sortimentstiefe, um sich daran zu trauen. Sie haben in der normalen Mode vier Saisons, und das ist jedes Jahr anders. Wenn man Fair Trade fertigen will, muss man bei den Lieferanten ein Jahr vorher vorordnen. Das ist ein unglaublich langer Planungszeitraum, damit die Leute Fertigungszeit haben. Der Einzelhandel erwartet hohe Gewinnspannen und die braucht er auch. Auch im normalen Handel verkauft man 1/3 des Sortiments regulär, 1/3 abgepreist und 1/3 als Ramschware, auch wenn man gut eingekauft hat. Es gibt nicht viele Unternehmen die sozial handeln und die Konkurrenz standhalten.

Warum passen sich die großen Unternehmen nicht an und produzieren fair?

Das ist ganz klar wegen dem Profit. Die Änderungen verlaufen in mikroskopisch kleinen Schritten. Es gibt große Unternehmen, die in einzelnen Bereichen Fair Trade Produkte haben. Zum Beispiel das Sportunternehmen Derby, das Massen von Bällen verkauft. Dann gibt es vielleicht im Sortiment zwei Fair Trade Bälle. Ist schon mal was. Aber es reicht einem nicht.

 

Wie ist der Unterschied in der Bezahlung der Bauer und der Arbeiter in der Dritten Welt zwischen konventionellem Handel und Fair Trade? Verändert sich ihr Leben wirklich durch den fairen Handel?

Das hängt von zwei Faktoren ab. Das eine ist, wie viel von der gesamten Ernte eines Unternehmens Fair Trade verkauft wird. Nehmen Sie den Kaffeebauer, der z.B. 100 Sack Kaffee erntet. Wenn er sie in den fairen Handel verkaufen kann, da ändert sich das Leben, aber das ist nicht die Regel. Leider schafft es der faire Handel wegen Mangel an Nachfrage nicht, von einem Bauer die gesamte Ernte abzukaufen. Es wird ihm zugesichert, dass er von seinem 100 Sack meinetwegen 5, oder 10 Fair Trade verkaufen kann. Das ist für den schon mal gut, aber den Rest muss er verscherbeln, und dann ist die Auswirkung aufs Leben geringer als wenn er alles verkaufen könnte.Generell kann man sagen, dass die Löhne deutlich höher als im konventionellen Handel sind und vor allem sie sind stabil. Ein Bauer, der erst bei der Ernte weiß, wie viel er für seinen Kaffee oder seinen Orangensaft bekommt, der kann gar nicht planen. Der faire Handel macht mindestens Jahresverträge.Das ist genauso wichtig wie der höhere Preis.

Werden die Produkte nur im Westen verkauft oder auch in den jeweiligen Ländern?

Mittlerweile auch dort. Es gibt zum Beispiel in Brasilien und auch in Kenia Fair Trade Initiativen. Länder, in denen es eine aufstrebende Mittelschicht gibt, die sich über so was Gedanken machen und mehr bezahlen. Es braucht immer auch die Struktur vor Ort, die die Produkte bekannt macht.

Sie verkaufen unter anderem Kunstwerke aus Afghanistan. Machen Sie Geschäfte mit Ländern, in denen Krieg herrscht?

Syrien und Afghanistan sind zwei gute Beispiele, wo die Struktur für den fairen Handel nicht da ist. Wir haben Seife aus Syrien und Schmuck aus Afghanistan. Der Schmuck aus Afghanistan kommt über ein deutsch-afghanisches Ehepaar, weil der Mann direkt in die Werkstatt fahren kann, in der mit GEZ-Hilfe ein Frauenprojekt aufgebaut worden ist. Da ist eine sehr direkte und kleine Sache. In Syrien gibt es eine Seifenfabrik in Aleppo. Aber insgesamt sind es Länder, wo keine Fair Trade Initiative niederlassen könnte, denn wie soll man dort Inspektoren schicken?.

Glauben Sie dass die Politik was tun kann, um den fairen Handel zu unterstützen?

Die Politik kann ganz viel machen, in dem sie die Unternehmen in die Verantwortung zieht, wenn etwas innerhalb der Wertschöpfungskette passiert. Im Moment, wenn es zu Gerichtsverfahren kommt, wie das des pakistanischen Arbeiters gegen KIK, sind es eher Schauprozesse. Da bekommen die Leute eine Abfindung und sollen die Klappe halten. Das hat noch nicht viel mit Recht zu tun. Man kann aber diese Rechte festschreiben, da kommt der EU eine unglaubliche Macht zu, die sie momentan aber noch nicht nutzen will. In vielen der Länder, aus denen wir Fair Trade importieren, hat man das Gefühl, dass die Regierung sich kaum um die Bevölkerung kümmert. Die Frage ist, wie bekommt man diese Leute dazu, Verantwortung für die Menschen zu übernehmen. Wir haben auch den Stein der Weisen nicht gefunden, wenn unsere Leute auf die Straße gehen und sagen „Die Politik hat uns vergessen.“

Wie sehen Sie die Zukunft? Wird der faire Handel zunehmen?

Im Prinzip ja. Zum einen gibt es bei den Menschen immer mehr das Bewusstsein dafür. Die Arbeitslosigkeit in Deutschland, die durch Niedriglöhne in anderen Ländern verursacht wird, bringt die Leute schon zum Nachdenken. Und es ist momentan so, dass viele Menschen nach Deutschland kommen, weil ihr Leben weder wirtschaftlich noch politisch gesichert ist. Da merkt man auch, wir müssen was tun, man kann nicht warten bis alle hier sind. Von daher gibt es schon ein egoistisches Argument, sich überall um Sozialstandards überall kümmern. Der zweite Grund ist, je schlechter die Leute entlohnt werden, desto schlechter arbeiten sie. Bei Kakao gab es zum Beispiel in Afrika Jahre, wo die Leute unter den Eigenkosten produziert haben. Am Ende haben sie ihre Kakaoplantagen verlassen, und die jungen Leute meinten, sie würden draufzahlen wenn sie Kakao anbauen würden. Die Schokoladenindustrie hat das sehr schnell gemerkt und gesagt, wir müssen die Menschen besser entlohnen damit sie herstellen, was wir brauchen. Ich arbeite in einem Weltladen, ich bin sowieso eine chronische Optimistin und glaube, dass die Leute wandelbar sind.

 

Eindrücke und Rückblicke aus der Grünen Woche

Die Länder-Marokko und die Ukraine. Gestern, am 24.01.2016, ging zum 90. Mal in der Messehalle Berlin die Grüne Woche zu Ende, die als eine der wichtigsten Ausstellungen im Bereich Landwirtschaft und Ernährung gilt. Partnerland war diesmal Marokko, das in seinen Ständen sowohl die Landesküche als auch andere Produkte wie Arganöl und Zitrusfrüchte präsentierte. Vertreten waren nahezu alle Bundesländer, die in ihren Hallen die Besucher mit regionalen Spezialitäten verköstigten. Unter den Gästen aus Osteuropa glänzte sowohl Ungarn mit einem gewaltigen gastronomischen Angebot, als auch die Ukraine, deren Aussteller mit Tänzen und landestypischen Trachten das Publikum empfingen, abgesehen von den vielen, nach Region zugeordneten regionalen Spezialitäten wie Blini, Soljanka und Wareniki.

Soziale Projekte in der Dritten Welt. Doch jenseits der gastronomischen Höhepunkten bekamen die Besucher die Gelegenheit, Einblicke in die Landwirtschaft rund und den Globus zu werfen, und sich mit ethischen und ökologischen Fragen zu beschäftigen . In Halle 16 befragten KIKA-Moderatoren SchülerInnen zu Themen rund um das tägliche Leben und die Ernährung in Afrika. Das Quiz „Experten gesucht: 1,2 oder 3“ war ein Teil der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“, die durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wurde. Unter anderem konnten die Kinder afrikanische Bauer zu ihrer Arbeit befragen und sich ein Bild von ihren täglichen Herausforderungen machen. Darüber hinaus präsentierte das BMZ einige Projekte, die darauf zielen, die Benachteiligung von Frauen in der Dritten Welt zu verringern und mit Bildungsangeboten den Menschen zu ermöglichen, mehr Profit mit dem Verkauf ihrer Produkte zu erwirtschaften.

Materialien aus der Natur. Die „nature.tec – Fachschau Nachwachsende Rohstoffe“ in Halle 4.2 beschäftigte sich dagegen mit nachhaltigen Materialien. Hier durften Besucher eine Getränkekiste aus Zuckerrohr, eine Computertastatur aus Zellulose und ein Winterreifen aus Löwenzahn anfassen oder Bioschmieröl aus Raps mitnehmen.  Biokunststoffe machen gerade 1% der weltweit produzierten Rohstoffe aus, doch in den nächsten Jahren sollte ihr Anteil stetig steigen. Bei der Ausstellung „Multitalent Holz“ sägten und  hämmerten vor allem die Schulkinder. Die Schau wollte die Vorteile von Holz als Baustoff und ihre Dämmeigenschaften unterstreichen.

Biolandwirtschaft in Trend. Auch zahlreiche Biolandwirte präsentierten in Halle 3.2 unter dem Motto „Erlebnisbauernhof“ eine moderne, tierfreundliche Tierhaltung. Lely, Hersteller von Stalleinrichtungen, zeigte eine Einrichtung, die den Melkvorgang erleichtern und erlauben soll, die Maschine noch besser auf die Bedürfnisse der Kuh einzustellen, damit der Euter nicht verletzt wird. Die Zuschauer konnten sich davon überzeugen, in dem sie die Kühe hinter dem Zaun betrachteten. Ein paar Meter weiter warb der Biofleischproduzent Neuland für eine Anlage, die die Ferkel bei der Kastration betäubt und ihnen somit Schmerzen erspart. Doch auf Bauernhöfen werden nicht nur Lebensmittel hergestellt, sondern man kann auch dort Urlaub machen, lautete die Botschaft. Mit dem Slogan „Komm aufs Land“ präsentierte unter anderem die  Biohöfe, die ganzjährig auch Touristen empfangen.

Landwirtschaft als Chance in Krisenregionen. Auch bei einigen ausländischen Ausstellern stand das Thema „nachhaltige Landwirtschaft als Lebensgrundlage“ im Mittelpunkt.  Das Landwirtschaftsministerium Sierra Leones klärte Besucher über die soziale Verantwortung der Investoren in dem von Ebola gebeutelten Land, in dem zwei Drittel der Einwohner Subsistenzlandwirtschaft betreiben.  Erzeugnisse wie Kakaobohnen, Mangos und Früchte aus dem Manna-Baums, die zu Tee verarbeitet werden, wurden präsentiert. Afghanistan und Syrien waren ebenfalls mit kleinen Ständen vertreten. „Wir wollen zeigen, dass es trotz Krieg weitergeht“, sagte Majd Agha, der mit seiner Firma Almarie arabische Produkte in Deutschland verkauft. Auf den Plakaten neben dem afghanischen Stand warb das Land für seine Produkte, darunter Granatäpfel, Safran und Aprikosen, mit dem Satz „Landwirtschaft. Die Zukunft Afghanistans.“

Insgesamt zeigte die Grüne Woche, dass sie mehr als eine reine Konsum- und Werbeveranstaltung ist. Die Vorträge und Ausstellungen zu den Themen rund um Tierschutz, Klimawandel und soziale Projekte in der dritten Welt bleiben als wertvoller Beitrag zu einem faireren und nachhaltigeren Planet.

In der nachfolgenden Galerie habe ich schönsten Eindrücke zusammengefasst.

Links

Grüne Woche

Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Nature.tec

Urlaub auf dem Bauernhof

Sierra Leone agricultural research institute

 

 

 

Die Welt hat ein Denkproblem- Ein Abend in der Vierten Welt

Eine Insel in der Karibik, nach einem verheerenden Erdbeben. Zwei Entwicklungshelfer sitzen unter ihrem Zelt und strotzen vor Euphorie. Sie wollen den Einheimischen nicht nur helfen, sondern sie auch verstehen, doch bald stellen sie fest, dass nichts voran geht. Gleichzeitig verteidigt sich ein schwarzer Vater gegen die Anschuldigungen der weißen Menschen, er könne sein weißes Kind nicht lieben, geschweige denn großziehen. In Berlin, im neu eröffneten Frantz-Fanon-Institut entzaubern zwei junge Frauen das Geschäft mit der Hoffnung, das sich hinter der Werbung für saftige, fair-produzierte Mangos verbirgt.

#progress#karibik ist nach #paradies#karibik das zweite Stück vom Theaterregisseur Christoph M. Gosepath über die verkorkste Beziehung zwischen Schwarzen und Weißen und den tiefen Graben zwischen zwei Kulturen, die sich nur räumlich näher kommen. Parallel dazu inszeniert Regisseur Dirk Cieslak vn Lubricat „Cantina Section Four“, in dem es ebenfalls um Postkolonialismus und verfehlte Entwicklungshilfe geht. Aufgeführt wurde das Stück in der Vierten Welt, eine Adresse, die sich seit 2010 den politischen und gesellschaftlichen Auftrag des Theaters auf die Fahne geschrieben hat. Im folgenden Interview redet Christoph Gosepath über die Botschaft seiner Karibikreihe.

Wie kam die Idee, ein Stück über die Karibik zu schreiben?

Wir haben in St.Lucia ein leerstehendes Haus renoviert, das architektonisch für Theater geeignet ist. Schon während der Arbeiten kam die Idee für das Projekt. Es stellte sich dann heraus, dass in der Nachbarschaft der Autor und Nobelpreisträger Derek Walcott lebt. Er sieht die Karibik als ein Schmelzofen verschiedener Nationalitäten und als Musterbeispiel für eine Weltbevölkerung. Als erstes haben wir ein Stück geschrieben, das unsere Reise und den naiven Touristenblick beschreibt. Es gibt in der Karibik viele „All you can eat“ Anlagen, aber jenseits der Mauern findet man Müll und Armut. Wir wollten beschreiben, wie falsch die Tourismusindustrie die Karibik mit der Macht der Bilder darstellt.

Warum denn ein zweites Stück?

Nach #paradies#karibik meinten die Künstler von Lubricat, die die Vierte Welt betreiben, das sei zu naiv erzählt. Daraus entstand die Idee, ein Projekt über den „blinden Fleck“ zu entwickeln. Denn dass man den anderen einfach nicht sieht, geschieht heute genauso wie im Kolonialismus. Lubricat und wir haben getrennt dahingearbeitet, dann haben wir unsere beiden Stücke zu einem gemeinsamen Abend zusammengeworfen. #progress#karibik versucht, die Grenzen des Eurozentrismus auszuloten, wohlwissend, dass wir selber Weiße sind und nie diese Grenzen überschreiten werden können. Als drittes Projekt ist geplant, eine karibische Theatertruppe samt Regisseur einzuladen und ihre Sicht erzählen zu lassen.

In #progress#karibik fällt am meisten die Hilflosigkeit der Helfer auf. Denkst du, diese Gefühle sind auch auf die aktuelle Situation mit den Flüchtlingen übertragbar?

Nein. Ich habe versucht, diese Helfer zweifelnd und in sich kreisend zu erzählen. Sie merken, es funktioniert nicht, aber sie verstehen nicht warum, weil sie in ihrem Horizont bleiben. Die Entwicklung der letzten Monate hat aber unser Stück überholt, da jetzt die Menschen in den Gebieten, wo Weiße völlig ineffizient helfen, sich einfach nehmen, was sie brauchen, und einfach herkommen, um etwas von dem Kuchen zu bekommen. Das ist eine Auferstehung derer, die immer ausgebeutet worden sind.

Könnten die Weiße in dem Stück auch Amerikaner, Spanier oder Italiener sein?

Ja. Ihre Weltsicht ist nicht speziell deutsch, sondern europäisch, beziehungsweise weiß. Interessant ist, dass man sich in Deutschland erst spät mit anderen Kulturen befasste, weil es keine ausgeprägte koloniale Geschichte gab. In Berlin geht es daher schwarzen Menschen, vom Bewusstsein her, schlechter als in Paris oder in London.

Ist #progress#karibik ein Stück über Weiße und Schwarze, oder kann es auch eine universelle Geschichte zum Thema Kulturbegegnung sein?

Es geht um die Begegnung mit dem Anderen. Während einer Publikumsdiskussion zum Film „Tödliche Hilfe“ von Raoul Pack erzählte eine Haitianerin, dass es im Grunde um Respekt geht. Du kannst den anderen nie wirklich verstehen, aber du kannst ihm wenigstens Respekt entgegenbringen.

#progress#karibik | club tipping point/ Christoph M. Gosepath
mit
Sebastian Becker, Benjamin Kramme und Steve Régis „Kovo“ N Sondé| Text Robert Schmidt

CANTINA section four |Lubricat/ Dirk Cieslak
mit
Tamara Saphir, Tatiana Saphir und Steve Régis “Kovo” N´Sondé

Dramaturgie Kris Merken | Ausstattung primavera°maas | Video-/Sounddesign Miriam Akkermann und David Roth |
Sprachen: deutsch, englisch, französisch, spanisch

Vierte Welt | Neues Zentrum Kreuzberg | Galerie 1. OG | Kottbusser Tor | Adalbertstr. 96

http://www.viertewelt.de  http://www.ctp-berlin.com/     http://lubricat.de/logic/start.php

#fortschritt#karibik