Organische Verbindungen -Karla Sachse

Seit dem Siegeszug des Internets sind Verbindungen zwischen Menschen nur Bytes, immaterielle Daten, die als Ströme innerhalb von Sekunden rund um den Globus verschickt werden. Doch was passiert, wenn Kommunikation, Freundschaft, sichtbar wird? Die Berliner Künstlerin Karla Sachse ist diese Frage auf dem Grund gegangen. Auf einer thailändischen Farm hat sie gelernt, aus alten Zeitungen Körbe zu flechten. Zurück in Deutschland, hat sie aus alten Briefen und Postkarten Gefäße, wie sie sie nennt, erschaffen. Mit Hilfe von befreundeten Künstlern aus der ganzen Welt hat sie Strukturen im Raum modelliert, um ihre Verbindungen sichtbar zu machen.

 

Org5
Ineinander verschränkte Hände symbolisieren die Verbindungen zwischen den Freunden in der ganzen Welt

Würfel hängen an einem Faden in dem Raum, Papierstreifen mit Fotos bilden ein Knäuel, Postkarten stellen eine Art Orgel dar. Die geflochtenen Organe ähneln Körbe, aber auch Herzen, Gefäße, Mägen und Därme. Jedes Organ symbolisiert einen konkreten Ort und eine Verbindung in die Welt. Bunte DNA-Moleküle schweben dazwischen und stehen für die Identität der einzelnen Künstler, die an diesem Projekt mitgearbeitet haben und unter anderem aus Schweden, Italien, Australien, Polen und Vietnam kommen. In den Infotafeln an der Wand erzählen sie, was Zusammenarbeit und Freundschaft für sie bedeuten und darüber, wie sie die Künstlerin kennengelernt haben.

Org6
Sichtbare Erinnerungen: Eine Papierschlange aus Schwarzweiß-Fotos

Eine inspirierende Ausstellung über Freundschaft, die über die Grenzen geht, und menschliche Verbindungen. Bis zum 4. September 2016 sind die Kunstwerke im Museum Pankow zu besichtigen.

Zur Künstlerin. Karla Sachse , 1950 in Sachsen geboren, hat an der Humboldt-Universität in Berlin Kunstwissenschaft studiert. Ihr Kunstwerk „Kaninchenfeld“ steht seit 1999 am ehemaligen Grenzübergang Chausseestraße und erinnert an die Stadtteilung und an die Mauertoten. Für ihr Werk „Fragen“ hat sie 2005  61 Fragen auf einem 320 Meter langen Band aus Acrylglas eingraviert, um an die Opfer der Haftstätte Prenzlauer Allee zu erinnern, vor allem politische Dissidenten, die  zu Unrecht während der DDR inhaftiert wurden.

 

Ausstellungshalle

Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner, Prenzlauer Allee 227/228, 10405 Berlin

http://museumsverbund-pankow.berlin.de

Öffnungszeit: Di-So 10-18 Uhr, Eintritt frei

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s