Eindrücke und Rückblicke aus der Grünen Woche

Die Länder-Marokko und die Ukraine. Gestern, am 24.01.2016, ging zum 90. Mal in der Messehalle Berlin die Grüne Woche zu Ende, die als eine der wichtigsten Ausstellungen im Bereich Landwirtschaft und Ernährung gilt. Partnerland war diesmal Marokko, das in seinen Ständen sowohl die Landesküche als auch andere Produkte wie Arganöl und Zitrusfrüchte präsentierte. Vertreten waren nahezu alle Bundesländer, die in ihren Hallen die Besucher mit regionalen Spezialitäten verköstigten. Unter den Gästen aus Osteuropa glänzte sowohl Ungarn mit einem gewaltigen gastronomischen Angebot, als auch die Ukraine, deren Aussteller mit Tänzen und landestypischen Trachten das Publikum empfingen, abgesehen von den vielen, nach Region zugeordneten regionalen Spezialitäten wie Blini, Soljanka und Wareniki.

Soziale Projekte in der Dritten Welt. Doch jenseits der gastronomischen Höhepunkten bekamen die Besucher die Gelegenheit, Einblicke in die Landwirtschaft rund und den Globus zu werfen, und sich mit ethischen und ökologischen Fragen zu beschäftigen . In Halle 16 befragten KIKA-Moderatoren SchülerInnen zu Themen rund um das tägliche Leben und die Ernährung in Afrika. Das Quiz „Experten gesucht: 1,2 oder 3“ war ein Teil der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“, die durch das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert wurde. Unter anderem konnten die Kinder afrikanische Bauer zu ihrer Arbeit befragen und sich ein Bild von ihren täglichen Herausforderungen machen. Darüber hinaus präsentierte das BMZ einige Projekte, die darauf zielen, die Benachteiligung von Frauen in der Dritten Welt zu verringern und mit Bildungsangeboten den Menschen zu ermöglichen, mehr Profit mit dem Verkauf ihrer Produkte zu erwirtschaften.

Materialien aus der Natur. Die „nature.tec – Fachschau Nachwachsende Rohstoffe“ in Halle 4.2 beschäftigte sich dagegen mit nachhaltigen Materialien. Hier durften Besucher eine Getränkekiste aus Zuckerrohr, eine Computertastatur aus Zellulose und ein Winterreifen aus Löwenzahn anfassen oder Bioschmieröl aus Raps mitnehmen.  Biokunststoffe machen gerade 1% der weltweit produzierten Rohstoffe aus, doch in den nächsten Jahren sollte ihr Anteil stetig steigen. Bei der Ausstellung „Multitalent Holz“ sägten und  hämmerten vor allem die Schulkinder. Die Schau wollte die Vorteile von Holz als Baustoff und ihre Dämmeigenschaften unterstreichen.

Biolandwirtschaft in Trend. Auch zahlreiche Biolandwirte präsentierten in Halle 3.2 unter dem Motto „Erlebnisbauernhof“ eine moderne, tierfreundliche Tierhaltung. Lely, Hersteller von Stalleinrichtungen, zeigte eine Einrichtung, die den Melkvorgang erleichtern und erlauben soll, die Maschine noch besser auf die Bedürfnisse der Kuh einzustellen, damit der Euter nicht verletzt wird. Die Zuschauer konnten sich davon überzeugen, in dem sie die Kühe hinter dem Zaun betrachteten. Ein paar Meter weiter warb der Biofleischproduzent Neuland für eine Anlage, die die Ferkel bei der Kastration betäubt und ihnen somit Schmerzen erspart. Doch auf Bauernhöfen werden nicht nur Lebensmittel hergestellt, sondern man kann auch dort Urlaub machen, lautete die Botschaft. Mit dem Slogan „Komm aufs Land“ präsentierte unter anderem die  Biohöfe, die ganzjährig auch Touristen empfangen.

Landwirtschaft als Chance in Krisenregionen. Auch bei einigen ausländischen Ausstellern stand das Thema „nachhaltige Landwirtschaft als Lebensgrundlage“ im Mittelpunkt.  Das Landwirtschaftsministerium Sierra Leones klärte Besucher über die soziale Verantwortung der Investoren in dem von Ebola gebeutelten Land, in dem zwei Drittel der Einwohner Subsistenzlandwirtschaft betreiben.  Erzeugnisse wie Kakaobohnen, Mangos und Früchte aus dem Manna-Baums, die zu Tee verarbeitet werden, wurden präsentiert. Afghanistan und Syrien waren ebenfalls mit kleinen Ständen vertreten. „Wir wollen zeigen, dass es trotz Krieg weitergeht“, sagte Majd Agha, der mit seiner Firma Almarie arabische Produkte in Deutschland verkauft. Auf den Plakaten neben dem afghanischen Stand warb das Land für seine Produkte, darunter Granatäpfel, Safran und Aprikosen, mit dem Satz „Landwirtschaft. Die Zukunft Afghanistans.“

Insgesamt zeigte die Grüne Woche, dass sie mehr als eine reine Konsum- und Werbeveranstaltung ist. Die Vorträge und Ausstellungen zu den Themen rund um Tierschutz, Klimawandel und soziale Projekte in der dritten Welt bleiben als wertvoller Beitrag zu einem faireren und nachhaltigeren Planet.

In der nachfolgenden Galerie habe ich schönsten Eindrücke zusammengefasst.

Links

Grüne Woche

Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Nature.tec

Urlaub auf dem Bauernhof

Sierra Leone agricultural research institute

 

 

 

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